7 Fragen und Antworten zum Kurzarbeitergeld

  1. Welche Vorteile hat Kurzarbeit für Unternehmer?

Unternehmen, die von den aktuellen behördlich angeordneten Schließungen betroffen oder aufgrund der weltweiten Einschränkungen der Freizügigkeit in ihrem Geschäftsablauf unmittelbar gestört sind, sollten mit Willen des Gesetzgebers ihre Mitarbeiter nicht kündigen müssen, sondern auf das Kurzarbeitergeld zurückgreifen.

Sie können so Arbeitszeiten an Ihre Bedarfssituation anpassen und teilweise Lohnersatzleistungen erhalten. Dadurch sparen Sie die bei betriebsbedingten Kündigungen für den Zeitraum der Kündigungsfrist zu leistenden vollen Lohnkosten, die Sie selbst bei einem Produktions- bzw. Handelsstopp in jedem Falle zahlen müsstest.

 

Das Modell der Kurzarbeit erlaubt außerdem bei kurzfristigen Verbesserungen der Ausgangslage mit bewährtem Team schnell Ihre gewohnten Betriebsabläufe wieder aufzunehmen.

  1. Gibt es in Krisenzeiten Erleichterungen bei den Regelungen für das Kurzarbeitergeld?

Krisenzeiten, wie die zweifellos aktuelle Corona-Krise, fordern schnelle Maßnahmen der Politik. Die Bundesregierung hat deshalb am 13. März 2020 das „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ beschlossen. Die hier gefundenen Vereinbarungen gelten rückwirkend zum 1. März 2020.

 

  1. Welchen Umfang kann der Arbeitsausfall für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit haben?

Den Umfang des Arbeitsausfall der angezeigt wird bestimmen Sie . Dieser kann Stunden, Tage oder sogar Wochen umfassen. Der Begriff „Kurzarbeit null“ bezeichnet einen Arbeitsausfall von 100 Prozent und liegt vor, sobald der Geschäftsbetrieb vollständig für eine vorübergehende Zeit eingestellt wird.

 

  1. Wie wird das Kurzarbeitergeld berechnet?

Die gesetzliche Grundlage für die Bezugshöhe des Kurzarbeitergelds bildet § 105 SGB III. Demnach gilt:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent ihres während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettolohns.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens 1 Kind haben, erhalten 67 Prozent des ausgefallenen Nettolohns.

 

  1. Was ist zur Beantragung von Kurzarbeitergeld zu tun?

Antragsverfahren erfolgt in zwei Schritten: Nach Registrierung stellst Sie Ihren Antrag online im eServices-Portal unter Nutzung aller Vordrucke oder aber analog via Ausdruck der Vorlagen und postalischer Einreichung.

  1. Schriftliche Anzeige des Arbeitsausfalls vornehmen: Als Arbeitgeber wenden Sie sich hierfür an Ihre zuständige Agentur für Arbeit am Unternehmensstandort. Die Agentur für Arbeit entscheidet unverzüglich, ob die Voraussetzungen für die Zahlung von Kurzarbeitergeld dem Grunde nach vorliegen. Der Arbeitgeber errechnet das Kurzarbeitergeld und zahlt es an die Beschäftigten aus.

 

  1. Schriftlichen Antrag auf Erstattung einreichen: Gleichzeitig stellen Sie einen schriftlichen Antrag auf Erstattung des von Ihnen verauslagten Kurzarbeitergeldes an die Agentur für Arbeit in deren Bezirk die für Sie zuständige Lohnabrechnungsstelle liegt. Den Antrag stellen Sie innerhalb der Ausschlussfrist von drei Monaten. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalendermonats (Anspruchszeitraums), für den Sie erstmals das Kurzarbeitergeld beantragen willst.

 

  1. Ist das Verfahren zur Gewährung und Auszahlung von Kurzarbeitergeld zu bürokratisch?

Die Bundesagentur für Arbeit zahlt die Leistungen des Kurzarbeitergelds in der Regel innerhalb von 15 Arbeitstagen nach Antragstellung an dich aus.

 

  1. Müssen Beschäftigte ihren Resturlaub vor Beginn des Bezugs von Kurzarbeitergeld genommen haben?

Klären Sie, ob bei Ihren Angestellten noch übertragbare Urlaubsansprüche aus dem Vorjahr bestehen. Diese sind grundsätzlich zur Vermeidung der Zahlung von Kurzarbeitergeld einzubringen. Lediglich „vorrangige Urlaubswünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur anderweitigen Nutzung des Resturlaubs“ (bei z.B. Arbeitnehmern, die aufgrund schulpflichtiger Kinder vorrangig eine Betreuung sicherstellen müssen) können dieser Regel entgegenstehen.