Beratungsförderung zu 100% für Corona-betroffene KMU eingestellt

Das BAFA hat für das attraktive Fördermodul (Beratungsförderung zu 100 % bis max. 4.000 Euro für alle Corona-betroffene Klein- und mittelständischen Unternehmen KMU) mehr Anträge erhalten, als an Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt werden konnte.

Offizielle Erklärung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA):

„Die Corona-Krise stellt Deutschland vor beispiellose Herausforderungen. Die Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows wurde deshalb um ein Modul zur schnellen und unbürokratischen Förderung der Unternehmensberatung für Corona-betroffene Unternehmen und Freiberufler erweitert. Die Nachfrage nach dieser Förderung hat alle Erwartungen weit übertroffen. Mehrere zehntausend Unternehmen haben Anträge gestellt. Zahlreichen KMU kann dadurch geholfen werden, individuelle Wege aus der Krise zu finden.

Aufgrund der großen Nachfrage sind die für dieses spezielle Fördermodul vorgesehenen Mittel bereits ausgeschöpft, es können auch keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die Förderung aus dem Corona-Sondermodul wurde deshalb vorzeitig eingestellt. Daher können vorerst nur Anträge bewilligt und die Förderung an den Berater ausgezahlt werden, die bereits eine Inaussichtstellung erhalten haben. Die Voraussetzungen hierfür sind außerdem, dass Sie einen förderfähigen Verwendungsnachweis eingereicht haben und ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

Wenn Sie noch keine Inaussichtstellung erhalten haben, werden Sie ggf. in den kommenden Monaten in einem Nachrückverfahren berücksichtigt. Auch in diesem Fall gilt, dass ausreichend Haushaltsmittel vorhanden sein müssen. Die anderen Module zur Förderung unternehmerischen Know-hows ermöglichen weiterhin geförderte Beratungen zu günstigen Konditionen. Diese Module werden unverändert fortgeführt und stehen Unternehmerinnen und Unternehmern weiter zur Verfügung.“

Kommentar LSC Unternehmensberatung: Bis zum 11. Mai sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums 27 534 Anträge eingegangen. Im Bundeshaushalt sind laut Ministerium dieses Jahr jedoch nur 15,34 Millionen Euro für das neue Programm vorgesehen. Nur wer bei der BAFA als Unternehmensberater zertifiziert ist, konnte die Beratungsförderung beantragen. Das hatte zur Folge, dass im Internet dafür geworben wurde quasi jeden für eine Gebühr von 500,00 Euro zum BAFA-Berater zu machen. Bis heute hat die BAFA 8.505 Anträge von neuen „Beratern“ mit zweifelhaften Qualifikationen auf Akkreditierung erhalten. Das Amt musste die Reisleine ziehen. Ausbezahlt wurde noch keine Förderung.

Wer gehofft hatte, dass der Corona- Lockdown zu einem Umdenken in unserer Gesellschaft führt, wird leider wieder (wie auch schon bei den Betrügereien um die Corona-Soforthilfe) eines Besseren belehrt, vom Staat „geschenktes“ Geld lockt viele findige Geschäftemacher, Trittbrettfahrer und Betrüger auf den Plan. Leidtragende sind die Unternehmen, die um ihre Existenz kämpfen und die schnelle, unbürokratische Hilfe benötigt hätten, in Zeiten von wenig bis keine Einnahmen …